Geschichte

Zur Geschichte der Infanterie

Am 21. Mai 1957 beschloss der Vorstand des Vaterstädtischen Vereins die Ehrengarde der Stadt Bonn, die bis dahin nur aus einer berittenen Kavallerieeinheit bestand, um weitere Formationen zu erweitern.

Am 6. September 1957 erschien im General-Anzeiger eine erste Vorankündigung der neuen Infanterie, die auch eine eigene Marketenderin erhalten sollte. Im Herbst 1957 wurden im damaligen „Bonner Hof“ 20 Infanteristen vergattert. Die neue Fußtruppe wurde mit einem goldglänzenden friderizianischen Grenadierhelm und einer rot/weißen Phantasieuniform, die sich bewusst nicht an der bereits bestehenden Kavallerieuniform orientierte, ausgestattet.

Unter der Leitung des ursprünglichen Kavalleristen Leutnant Willi Koch – 202 cm lang ! – stellte sich die neue Truppe am 19. Januar 1958 in der Kriegsbeschädigten-Sitzung erstmals der Öffentlichkeit. Gründungsmarketenderin war Inge Runkel.

Auf Vorschlag von Hauptmann Fries vom Rheinbacher Bundeswehrmusikcorps wurde der erste Infanterietanz auf den „Marsch um 1700“ einstudiert.

Nach anfänglichem Schwund wuchs die neue Gruppe ab 1970 stetig zur inzwischen größten Formation im Verein. Heute zählt sie ca. 50 Aktive und ca. 30 inaktive Mitglieder.

Mit der Satzungsänderung 1969/70 wurden alle Formationen gleichgestellt. Im selben Jahr erhielt die Infanterie auch ihre neue Uniform, die Sie heute trägt. Diese Uniform entspricht in Schnitt, Farbe und Ausstattung bis ins Detail den hanseatischen Grenadieruniformen in Lübeck und Bremen von 1760. Übernommen wurde der goldene Grenadierhelm mit dem friderizianischen Gardestern und der Inschrift „suum cuique“ (Jedem das Seine) des blauroten Leibregimentes (lange Potsdamer) von 1735. Auch der von den Offizieren nach 15 Jahren getragene silberne ziselierte Helm hat preussischen Ursprung. Er entspricht dem Helm des 1. Bataillon Garde (Nr.15) von 1786 und trägt die Inschrift „Gloria et patria" (Ruhm und Vaterland)

Jeden zweiten Freitag im Monat trifft sich die Infanterie im Zeughaus der Ehrengarde zu ihrem Infanterietreffen. Neben den üblichen Regularien bleibt dabei immer Zeit für ein gemütliches, geselliges Beisammensein bei frischen Getränken und leckerem Essen.

Neben den Veranstaltungen und Auftritten des Gesamtvereins hat die Infanterie von Anfang an eigene Veranstaltungen geplant und durchgeführt: Manöverfahrten, Feldgericht, Gamaschentreffen, Kameradschaftsabende, Ordensfeiern, Vatertagstouren, Stadtführungen, etc..

Der von der Infanterie einstudierte Gardetanz gehört seit Jahrzehnten zum festen Bühnenprogramm der Ehrengarde.

2008 feierte die Infanterie ihr 50 jähriges Jubiläum mit einem bunten Reigen verschiedener Veranstaltungen.

Formationsführer der Infanterie, genannt Compagnieführer

  • 1958 – 1959 Willi Koch
  • 1959 – 1961 Paul Vellen
  • 1961 – 1968 Philipp Tenten
  • 1968 – 1974 Rudi Eschweiler
  • 1974 – 1978 Peter Krautscheid
  • 1978 – 1981 Günter Schmickler
  • 1981 – 1985 Paul-Herbert Berchem
  • 1985 – 1988 Peter Krautscheid
  • 1988 – 1998 Winfried Kürten
  • 1998 – 1999 Guido Lepper
  • 1999 – 2008 Ulli Tenten
  • 2008 - 2011 Michael Haunhorst
  • seit 2011 Heribert Nolden